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Die schöne Costa Brava |
News vom
18.05.2008
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Manche Urlauber haben Vorbehalte gegen Spaniens bekannteste Küste. Doch der Klassiker bietet eine Menge Überraschungen.
Die Vorbehalte gegen Spaniens Costa Brava sind bekannt: zu viele Menschen, zu viele Bausünden, und dann noch dieses Pauschalreiseziel Lloret de Mar, bekannt für Billigtourismus. In den 60er-Jahren entdeckten die Deutschen, Briten und Holländer die "wilde Küste", die etwa 220 Kilometer lange Costa Brava, als Reiseziel. Wegen der großen Nachfrage entstanden immer mehr Hochhäuser in den Badeorten. Heute ist die Costa Brava die zweitwichtigste Ferienregion Spaniens nach Mallorca. Doch man sollte nicht voreilig sein. Die Küste, vor mehr als 50 Jahren "entdeckt", ist nicht so verbaut wie angenommen - und für Überraschungen gut.
Kuschelstrände
Die Costa Brava ist zerklüftet und voller verborgener Buchten, die oft nur auf dem Seeweg zu erreichen sind und teilweise nicht einmal genügend Platz für eine spanische Großfamilie bieten. Zwischen diesen Ministränden und dem 30 Kilometer langen Sandstreifen im Golf de Roses gibt es unzählige Varianten und Möglichkeiten. Wer etwa den kurzen Weg vom weitläufigen Strand von Fenals (Lloret de Mar) zur Bucht von Sa Boadella läuft, kommt zunächst am Botanischen Garten "Jardins de Santa Clotilde" und der prächtigen Villa der Eigentümerin vorbei und steht dann an einem völlig unverbauten, ausgesprochen malerischen Strand, an dem nur ein kleiner "Chiringuito" (Strandbude) an die Zivilisation erinnert. FKK wird hier geduldet, und selbst in der Hochsaison sind noch ausreichend Platz und Privatsphäre vorhanden.
Genauso schön ist die sichelförmige Bucht von Santa Cristina mit ihrem breiten Sandstrand und der baumbewachsenen Steilküste im Hintergrund. Zu den wenigen Gebäuden, die vom Wasser aus zu sehen sind, zählt die hübsche Kirche Santa Cristina, die hoch in den Felsen steht und die Bucht überblickt. Ganz in der Nähe befinden sich der Küstenort Blanes und die zauberhafte Platja San Francesc, ein ebenfalls von Pinienhängen umgebener Sandstreifen mit einem kleinen Restaurant, in dem man sehr nett essen kann.
Fischerdörfer
Entgegen der geläufigen Wahrnehmung gibt es an der Costa Brava nicht nur Lloret de Mar. Eine Bucht weiter liegt das ehemalige Fischerdorf Tossa de Mar mit breitem Sandstrand und verwinkelter Altstadt. In den trutzigen Häusern haben sich kleine Läden und Pensionen eingerichtet, hoch über dem Städtchen thront eine römische Zitadelle, und an einer steilen, kopfsteingepflasterten Gasse entlang der historischen Stadtmauer reihen sich Restaurant-Terrassen und Bars. Am besten isst man im kleinen Familienbetrieb "La Cucina de Can Simó" (Portal 24), das es mit rustikalem Ambiente und klassischer Regionalküche immerhin zu einem Michelin-Stern gebracht hat.
Noch idyllischer und pittoresker sind Orte wie Calella de Palafrugell, Llafranc und Tamariù. In Calella schmiegt sich eine Reihe pastellfarbener Fischerhäuser an die Felsküste, davor liegen bunte Holzboote im Sand. Wer auf der schmalen Terrasse des kleinen Tapas-Restaurants "Tragamar" (Platja de Canadell) einen Tisch ergattert hat, kann seine Füße in den Sand strecken und sich zu Knoblauch-Garnelen und Tomatenbrot einen spritzigen Cava servieren lassen. Auf den Felsen oberhalb der Strandbuchten haben wohlhabende Katalanen ihre Sommerresidenzen gebaut, was sich durch die gepflegten Straßen, hohen Mauern und hier und dort einsehbare Prachtgärten bemerkbar macht. Eine nette Übernachtungsmöglichkeit mit ländlichem Schick und einem traumhaften Blick bietet das Neun-Zimmer-Hotel "El Far" (Platja de Llafranc, Tel. 0034/972 30 16 39, DZ ab 170 Euro), das hoch über Llafranc in einem Gebäude aus dem 18. Jahrhundert eröffnet wurde.
Glasbodenboote
Der Wasserweg ist wie kein anderer geeignet, die Costa Brava in ihrer ganzen Schönheit zu erkunden. Wer keine eigene Yacht besitzt, kann an jedem größeren Hafen ein Privatsegelboot oder -motorboot mit Kapitän mieten und so die verborgenen Buchten ansteuern und nach Lust und Laune im Meer baden. Weitaus weniger aufwendig ist es, den öffentlichen Schiffsverkehr zu nutzen. An der Küste um Lloret de Mar gibt es zahlreiche Anbieter, die mit ihren Booten die Küste auf und ab fahren und an allen Buchten und Orten haltmachen. Es gibt Glasbodenboote zur Beobachtung der Flora und Fauna des Meeresgrunds, Katamarane, die vierstündige Touren inklusive Lunch und Bademöglichkeiten anbieten, sowie klassische Küstenschiffe, die wie ein Bus benutzt werden und ihren Passagieren ein unkompliziertes Transportsystem für Tages- und Badeausflüge bieten. Fahrpläne und Tickets sind an jeder Anlegestelle zu haben.
Dampfbad-Suiten
Ausgerechnet in Fenals hat vor gut drei Jahren eines der luxuriösesten Hotels des Landes eröffnet: das "Alva Park Resort". Zwar ist das Gebäude ein von außen eher unattraktiver Apartmentblock, doch kaum steht man in der Lobby, überrascht ein unerwartet chic gestaltetes Interieur. Die Zimmer und Suiten sind extrem komfortabel eingerichtet. Im separaten Studio stehen Espressomaschine und ein Laptop mit Internetanschluss bereit, im gigantischen Marmorbad stapeln sich Handtücher um die Jacuzzi-Wanne. Das Bett, das problemlos einer Kleinfamilie Platz bieten würde, und ein ungewöhnlich wohnlich gestalteter Balkon machen den Ausflug vor die Zimmertür fast überflüssig - erst recht, wenn man eine der fünf "Turkish Bath Suiten" ergattert hat, die mit einem eigenen Dampfbad versehen sind. Trotzdem: Im Garten lockt ein geheizter, palmenumsäumter Pool. Allerdings sind die Übernachtungspreise auch entsprechend happig - eine Suite kostet ab 550 Euro (Platja de Fenals, www.alvapark.com).
((Bericht von http://www.welt.de))
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